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Regelungen für den Flugverkehr


Welche Regelungen gelten für den militärischen Flugverkehr?

Der militärische Flugbetrieb im deutschen Luftraum ist grundsätzlich im Luftverkehrsgesetz in Paragraph 30 LuftVG i.V.m. Art. 57 des Zusatzabkommens zum NATO-Truppenstatut geregelt. Zusätzlich zu den genannten gesetzlichen Rahmenbedingungen hat das Bundesministerium für Verteidigung gemeinsam mit der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika freiwillige Selbstbeschränkungsregelungen für den Hubschrauberflugbetrieb an militärischen Stützpunkten erlassen:

  • Allgemeine Bestimmungen über den Hubschrauberflugbetrieb an den militärischen Hubschrauberflugplätzen in der Bundesrepublik Deutschland vom 06.11.1995
  • Besondere Bestimmungen über den Hubschrauberflugbetrieb an den militärischen Hubschrauberplätzen Ansbach-Katterbach, Erlensee, Illesheim und Wiesbaden- Erbenheim vom 06.11.1995
  • Ergänzende Regelung zu den „Nachttiefflugbetriebszeiten für die Hubschrauberausbildung mit Nachtsehhilfen in den Sommermonaten in der Bundesrepublik Deutschland“ vom 29.04.2011

Auch das militärische Luftfahrthandbuch „Military Aeronautical Information Publication (MIL AIP)" enthält weitere Informationen zum militärischen Flugbetrieb in Deutschland.

Gesetzliche Regelungen zur Flughöhe:

Nach § 6 Abs. 3 der Luftverkehrsordnung beträgt die Mindestflughöhe für Überlandflüge nach Sichtflugregeln generell 600 Meter (2000 Fuß über Grund). Nach Abs. 6 gilt diese Vorgabe allerdings nicht für militärisch erforderliche Tiefflüge. Die Mindestflughöhe für Flüge mit militärischen Hubschraubern in Deutschland beträgt grundsätzlich rund 150 Meter (500 Fuß über Grund), über Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern ist eine Mindesthöhe von rund 300 Metern (100 Fuß über Grund) erlaubt.

In Hubschrauberkoordinierungsgebieten dürfen Tiefflüge auch unter 30, 5 Meter über dem Boden durchgeführt werden. Hubschrauber dürfen dabei auch unter 3,04 Meter sinken und bei genehmigten Landepunkt innerhalb des Hubschrauberkoordinierungsgebietes landen.

Gesetzliche Regelungen zu Flugzeiten:

Der Flugebetrieb ist an Werktagen (Montag bis Freitag) grundsätzlich nicht vor 7.00 Uhr zulässig. Er endet grundsätzlich um 23.00 Uhr, während der Geltung der Sommerzeit um 24.00 Uhr. Diese Zeiten gelten auch für Triebwerksprobeläufe. (gemäß den Allgemeinen Bestimmungen vom 06.11.1995).

Dementsprechend muss der Flugbetrieb ab Samstag 00.01 Uhr bis Montag 7.00 Uhr eingestellt werden. Gleiches gilt für gesetzliche und regionale Feiertage (00.01 bis 24 Uhr) und zwischen dem 24. Dezember ab 00.01 und dem 01. Januar bis 24.00 Uhr.

Ausnahmeregelungen gemäß den Regelungen des Bundesverteidigungsministeriums vom 29.4.2002 in den Sommermonaten:

In den Sommermonaten sind zur Nachttiefflugausbildung mit Nachtsehhilfen an zwei Nächten pro Woche je nach Koordinierungsgebiet Flügein den Monaten Mai und August bis 1.30 Uhr und in den Monaten Juni und Juli bis 2.00 Uhr erlaubt.

Nach 24.00 Uhr ist innerhalb der vorgenannten Zeiten Flugbetrieb an allen Hubschrauberplätzen nur zum Zweck der Landung (ohne Übungsanflüge) im Anschluss an die Nachttiefflugausbildung erlaubt. Das Betanken der Hubschrauber ist bei laufenden Triebwerken nach 24.00 Uhr untersagt.

Kompensationstage: Für jede Nacht mit Flugbetrieb nach 24.00 Uhr ist an einem anderen Tag im Zeitraum von Mai bis August der Flugbetrieb an dem jeweiligen Flugplatz

  • Montag bis Donnerstag bis 19.00 Uhr Ortszeit oder
  • Freitag bis 15.00 Uhr Ortszeit

als Ausgleich vorzeitig zu beenden.

In der Fluglärmkommission wurden zudem noch zusätzliche Regelungen vereinbart:

  1. Die Ortschaften Windsbach, Burgoberbach und Dietenhofen sind bei Übungsflügen in einem Radius von 600 Meter zu umfliegen.
  2. Bei Übungsflügen ist stets eine Mindestflughöhe von 150 Meter (etwa 500 Fuß über Grund) einzuhalten über den (besiedelten) Gemeindegebieten von Bruckberg, Heilsbronn, Herrieden, Külbingen, Lehrberg, Lichtenau, Neuendettelsau, Neukirchen, Sachsen bei Ansbach, Wicklesgreuth und Wolframs-Eschenbach einzuhalten.
  3. Die sogenannte Platzrunden, speziellen An- und Abflugverfahren bei dem die Piloten ausschließlich vom Tower geleitet werden, erfolgen im Sichtanflugverfahren in einer Höhe von rund 295 Meter (2500 über dem Meeresspiegel) und im Sichtabflugverfahren in einer Höhe von rund 264 Metern (2200 Fuß über dem Meeresspiegel).
  4. Bei Festlichkeiten oder Beerdigungen werden Ortschaften vom Flugbetrieb ausgespart. Anmeldungen nimmt die Ansprechpartnerin der US-Armee Helga Moser unter der Telefonnumer 09841/ 83 45 27 oder unter der E-Mail-Adresse: Helga.Moser@eur.army.mil entgegen.

Wo kann ich mich beschweren, falls ich Verstöße gegen diese Regelungen melden möchte?

Wenn Sie Verstößen gegen die gesetzlichen Regelungen feststellen sollten, dann wenden Sie sich bitte an das Luftfwaffenamt.

Verstöße gegen die vereinbarten Regeln werden zudem in der Fluglärmkommission mit dem Ziel der Abhilfe zur Sprache gebracht. Beschwerden sollten allerdings in erster Linie der jeweiligen Wohnortgemeinde zugeleitet werden, damit deren Vertreter in der Lärmschutzkommission sich ein möglichst umfassendes Bild der jeweiligen örtlichen Belastung machen kann.

Bundesministerium der Verteidigung

Telefon: 030 18242424
E-Mail: poststelle@bmvg.bund.de
www.bmvg.de

Luftwaffenamt

(Beschwerdestelle für Fluglärm in Deutschland)
Abteilung Flugbetrieb Bw
Luftwaffenkaserne Wahn 501/11
Postfach 90 61 10 51127 Köln
Telefon: 0800 8620730 (kostenfrei) -
Das Bürgertelefon im Luftwaffenamt Köln ist von
Montag bis Donnerstag zwischen 8.00 und 17.00 Uhr
sowie freitags zwischen 8.00 und 12.30 Uhr erreichbar.
Fax: 02203 908 2776
E-Mail: FLIZ@bundeswehr.org
(empfohlener Beschwerdeweg: schriftlich!)

US-Armee

Beschwerdestelle Hubschrauberlärm
(Hotline mit Anrufbeantworter)
Helga Moser
Telefon: 09841 834527
E-Mail: helga.i.moser.ln@mail.mil
Pressestelle Telefon: 0981 18316 00

Landkreis Ansbach

Zentrale E-Mail-Adresse:
fluglaerm@landratsamt-ansbach.de
Bei den Meldungen bitte möglichst genau
das Datum, die Uhrzeit, den Ort und
weitere Hinweise bekanntgeben,
damit den Vorkommnissen nachgegangen
werden kann.

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